{"id":169,"date":"2018-02-23T00:08:43","date_gmt":"2018-02-22T22:08:43","guid":{"rendered":"http:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=169"},"modified":"2018-02-23T00:11:41","modified_gmt":"2018-02-22T22:11:41","slug":"im-schatten-der-zypressen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=169","title":{"rendered":"Im Schatten der Zypressen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Titre-Im-Schatten-der-Zypressen.jpg\" alt=\"Titre-Im-Schatten-der-Zypressen\" width=\"191\" height=\"300\" class=\"alignnone size-full wp-image-170\" \/><\/p>\n<p><strong>Im Schatten der Zypressen<\/strong><\/p>\n<p>Roman<\/p>\n<p>ISBN  978-3-943446-33-3<br \/>\nPreis: \u20ac 19,-<br \/>\n596 Seiten<br \/>\nEdition Contra-Bass<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.contra-bass.de\" target=\"_blank\">www.contra-bass.de<\/a><br \/>\nMail: contra-bass@orange.fr<\/p>\n<p>Nela und Philipp zieht es mit Ende f\u00fcnfzig noch einmal fort, in die Provence, nach S\u00fcdfrankreich. Zuvor haben sie mit ihren drei Kindern in gemeinschaftlichen Projekten gelebt, in Deutschland und in Spanien. Ihr Projekt mit Freunden in S\u00fcdfrankreich scheitert schon bei der Ankunft. Der Versuch, etwas Neues zu zweit zu finden, wird durch die Absagen f\u00fcr einen Kredit von den Banken durchkreuzt. Als sie sich schlie\u00dflich f\u00fcr einen restaurierungsbed\u00fcrftigen Hof entscheiden, bemerken sie erst nach und nach, warum dieser so lange leer gestanden hat. Die folgenden Konflikte mit den sie umgebenden Einheimischen weiten sich zu einem Alptraum aus, der sie krank macht und ihre Beziehung bedroht. Durch die drei erwachsenen Kinder erhalten sie neue Orientierungen und Denkanst\u00f6\u00dfe, um aus ihrem Labyrinth herauszufinden.  Die verschiedenen Episoden ihres Lebens spiegeln die Entwicklung von Nela und Philipp wider und ihre Suche nach einem selbstbestimmten Leben.<\/p>\n<p><strong>Leseprobe<\/strong>:<\/p>\n<p>Bastian sprach Philipp an, nachdem er den Brief vom Geometer erhalten hatte. Er habe an dem Tag der R\u00e9union keine Zeit, aber er habe mit Monsieur Redon vereinbart, dass er ihm am Tag zuvor alle Unterlagen br\u00e4chte.<br \/>\nSchisser, sagte Philipp, als er es Nela erz\u00e4hlte.<br \/>\nIch beneide ihn, erkl\u00e4rte Nela, ich m\u00f6chte mich auch so verkr\u00fcmeln k\u00f6nnen.<br \/>\nSie entschieden sich f\u00fcr den freistehenden Tisch im Schatten der Akazie auf dem Hof und deckten Wasserflaschen und Gl\u00e4ser. Redon stellte seinen Wagen auf dem Parkplatz ab und humpelte her\u00fcber, installierte sich mit seinen Akten am Tisch. Nela wunderte sich, dass er sich nicht zun\u00e4chst die \u00d6rtlichkeiten ansah. Sie stellten eine gro\u00dfe Runde St\u00fchle auf. Chaffard erschien gleichzeitig mit Cordier und seiner Frau, anscheinend hatten sie ihre Autos hinter dem Haus geparkt. Madame Gonzalez stellte ihren Wagen wie \u00fcblich auf den Rasen unter die Weide. Zum Gl\u00fcck war ihr Mann nicht dabei. Redon begann eine kleine Rede. Niemand setzte sich. Alle h\u00f6rten still zu. Er erkl\u00e4rte, dass im Kaufvertrag von Nela und Philipp, sowie in dem von Bruneaus, ein Besitztitel dieser beiden Parteien am Cour commune eingetragen sei, Madame Gonzales und Cordier erh\u00f6ben aber auch darauf Anspruch. Er berichtete, dass er die Akten durchgesehen, aber nur einen kleinen Eintrag auf dem Vererbungsvertrag von Benedetto gefunden habe.<br \/>\nWieso spielt er das so herunter, fragte Nela sich ver\u00e4rgert. Au\u00dferdem habe er eine Liste erstellt aus dem Kataster, wer wann f\u00fcr das Bassin und das Terrain eingetragen war.<br \/>\nRedon bat nun die Einzelnen, ihre Vertr\u00e4ge vorzulegen. Und jetzt, w\u00e4hrend Redon die Papiere entgegennahm, entstand eine unstrukturierte Situation, die  Cordier als Erster nutzte.<br \/>\nSie wollen mir verbieten, hier entlang zu fahren, schrie er, dabei sind Sie erst seit vorgestern in Frankreich und unsere Familie lebt seit Generationen hier. Ich habe zum Gl\u00fcck einen Zeugen, denn bei mir wurde alles nur m\u00fcndlich abgemacht.<br \/>\nIn dem Moment erschien der krumme Roux, l\u00e4chelte alle freundlich an und gab Redon die Hand. Er erz\u00e4hlte etwas von fr\u00fcher, redete unzusammenh\u00e4ngend und unverst\u00e4ndlich, und so sprachen nun alle auf einmal.<br \/>\nMadame Cordier keifte: Und was sollte das mit den W\u00e4scheleinen, das war ja wohl unversch\u00e4mt! Und dem alten Chaffard wollen Sie verbieten, vor seinem Cabanon zu parken? Wo soll er denn sonst hin, er muss doch an seinen Garten gelangen k\u00f6nnen!<br \/>\nEr kann hinten herum fahren, versuchte Philipp zu erkl\u00e4ren. Au\u00dferdem reicht sein Garten bis an die Stra\u00dfe.<br \/>\nAber unsere Vorfahren sind seit Jahrhunderten ohne Unterbrechung hier auf dem Hof Eigent\u00fcmer gewesen, mischte sich Madame Gonzalez ein.<br \/>\nDas war aber nur bis 1928 der Fall, erwiderte Philipp nun schon etwas heftiger, dann haben alle an den Italiener verkauft, nur eine Tochter nicht, die Ihren Urgro\u00dfvater heiratete. Sie besa\u00df ein Zimmer im ersten Stock, das war alles, und einen Schuppen.<br \/>\nNiemand h\u00f6rte zu. Cordier beugte sich vertraulich zu Redon: Das sind die Leute, die uns nachher verbieten, f\u00fcr die Jagd \u00fcber ihr Grundst\u00fcck zu laufen!<br \/>\nRedon sagte nichts. Er griff nicht ein, er lie\u00df sich von allen ihre Vertr\u00e4ge zeigen und h\u00f6rte sich die lauten Klagen \u00fcber die neuen Besitzer an.<br \/>\nDann setzte Chaffard ein, er hatte nichts mitbekommen, aber seine schrille Stimme erhob sich \u00fcber das w\u00fctende Gebr\u00fcll der anderen.<br \/>\nEin Chambre d\u2019h\u00f4te wollen sie hier machen, das ist aber schon immer unser Besitz hier gewesen. Sie haben nichts verstanden. Nichts geh\u00f6rt ihnen, sie d\u00fcrfen die Tische hier gar nicht hinsetzen. Der Relarg hat immer unseren Vorfahren geh\u00f6rt, mein Vater steht heute noch im Kataster.<br \/>\nUnd warum steht Ihr Name nicht drin, und auch nicht der Ihrer Erbin, Madame Gonzalez? rief Philipp aufgebracht. Weil da etwas faul ist! Sie haben keinerlei Beweis!<br \/>\nNela zupfte Philipp am \u00c4rmel. Es bringt nichts!<br \/>\nSie setzte sich unter die Treille vors Haus. Ihre Beine zitterten. Sie war v\u00f6llig hoffnungslos und sehr w\u00fctend auf Redon.<br \/>\nMadame Gonzalez, Chaffard und Cordier hielten daran fest, sie bes\u00e4\u00dfen das Recht, vorn herumzufahren und zu parken, egal, was der Geometer sagte. Die ganze Arbeit des Geometers schien sinnlos. Je mehr Nela aus der Distanz zuh\u00f6rte, hatte sie den Eindruck, er r\u00fcckte immer weiter von ihnen ab und wandte sich der Gegenseite zu.<br \/>\nAls alle Papiere abgegeben waren, verzogen sich die Nachbarn und redeten untereinander weiter. Roux stand noch am Tisch und begann etwas zu sagen. Nela ging n\u00e4her heran.<br \/>\nJe vous souhaite une bonne entente, de tout mon c\u0153ur! Er nickte, winkte ihnen zu und verschwand hinter dem Cabanon.<br \/>\nEr ist der Einzige, der nicht gegen uns ist, dachte Nela. Dann wandte sie sich an Redon: Sie haben nicht gehalten, was Sie versprochen haben! Sie haben zugelassen, dass alle uns beschimpfen und anschreien!<br \/>\nEn France, on laisse les autres parler, antwortete Redon. On le fait pas avec la mitrailleuse!<br \/>\nDie Antwort war so ungeheuerlich, dass Nela nicht reagieren konnte. Sie verabschiedete sich nicht und ging ins Haus.<br \/>\nHast du geh\u00f6rt, was Redon gesagt hat? fragte Nela, als Philipp mit den Gl\u00e4sern in die K\u00fcche kam.<br \/>\nJa, irgendetwas mit Maschinengewehr.<br \/>\nNela wiederholte es. Er denkt also, bei uns in Deutschland redet man nicht, sondern regelt Streitigkeiten mit dem Maschinengewehr!<br \/>\nUm sich zu beruhigen, fuhren sie nach Saignon. Das Dorf lag oberhalb von Apt, unter einen steilen Felsen gebaut. Auf einem Platz pl\u00e4tscherte ein vielarmiger Brunnen in Tont\u00f6pfe, die ein besonderes Ger\u00e4usch verbreiteten. Ein Caf\u00e9 am Hang hatte auf mehreren Terrassen Tische und St\u00fchle aufgestellt. Sie setzten sich oben in den Schatten eines Maulbeerbaums.<br \/>\nIch w\u00fcrde am liebsten schnell alles verkaufen und verschwinden, sprach Nela ihre Gedanken aus.<br \/>\nPhilipp nickte. Das verstehe ich, aber wir werden nicht verkaufen k\u00f6nnen, solange der Konflikt nicht gekl\u00e4rt ist.<br \/>\nWir stecken in einer Sackgasse. Nela weinte. Wir k\u00f6nnen nicht weiter zulassen, dass der Alte jeden Tag unsere G\u00e4ste beleidigen kann. Diese st\u00e4ndige Angst, das macht mich krank!<br \/>\nPhilipp nahm Nelas Hand. Wir d\u00fcrfen nicht aufgeben. Wir sind im Recht.<br \/>\nAber ich will nicht weitermachen mit einem, der uns so in die Pfanne haut, Flippo. So wie der uns behandelt hat, und daf\u00fcr zahlen wir auch noch! Die Nachbarn werden sich nicht nach ihm richten. Wir brauchen einen Anwalt, der ihnen sagt, ob es mit dem \u00dcberwegerecht stimmt oder nicht. Dazu muss man nicht bis Napoleon gucken.<br \/>\nPhilipp sagte lange nichts. Sie tranken ihren Kaffee. Touristen gingen fr\u00f6hlich unten die Gasse entlang. Es war ein Dorf, in dem man sich h\u00e4tte wohl f\u00fchlen k\u00f6nnen.<br \/>\nCordier hatte am Anfang gesagt: Dann sehen wir uns eben vor Gericht wieder, erkl\u00e4rte Philipp. Und das wollte ich nicht.<br \/>\nEs liegt ja nicht an uns. Es geht auch nicht um einen Prozess. Mir ist wichtig, dass ein Anwalt feststellt, wem geh\u00f6rt was. Und d\u00fcrfen sie vor unserem Haus entlang fahren, egal ob es uns st\u00f6rt oder nicht. Und unser Gesch\u00e4ft behindert!<br \/>\nEs lag eine dumpfe Bedrohung \u00fcber ihnen, die sie nicht loswurden. Sie fuhren nach Hause.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Schatten der Zypressen Roman ISBN 978-3-943446-33-3 Preis: \u20ac 19,- 596 Seiten Edition Contra-Bass www.contra-bass.de Mail: contra-bass@orange.fr Nela und Philipp zieht es mit Ende f\u00fcnfzig noch einmal fort, in die Provence, nach S\u00fcdfrankreich. Zuvor haben sie mit ihren drei Kindern in gemeinschaftlichen Projekten gelebt, in Deutschland und in Spanien. Ihr Projekt mit Freunden in S\u00fcdfrankreich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":23,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/astridschmeda.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/169"}],"collection":[{"href":"https:\/\/astridschmeda.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/astridschmeda.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astridschmeda.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astridschmeda.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=169"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/astridschmeda.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/169\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":174,"href":"https:\/\/astridschmeda.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/169\/revisions\/174"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astridschmeda.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/23"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/astridschmeda.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}