{"id":202,"date":"2020-10-11T15:07:26","date_gmt":"2020-10-11T13:07:26","guid":{"rendered":"http:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=202"},"modified":"2020-10-11T15:07:26","modified_gmt":"2020-10-11T13:07:26","slug":"unsichtbare-wege-ins-freie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=202","title":{"rendered":"Unsichtbare Wege ins Freie"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Titre-Unsichtbare-Wege-ins-Freie--191x300.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" class=\"alignnone size-medium wp-image-203\" srcset=\"https:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Titre-Unsichtbare-Wege-ins-Freie--191x300.jpg 191w, https:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Titre-Unsichtbare-Wege-ins-Freie-.jpg 397w\" sizes=\"(max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/p>\n<p>Astrid Schmeda<br \/>\nUnsichtbare Wege ins Freie, Eine Erz\u00e4hlung<br \/>\nISBN 978-3-943446-52-4<br \/>\n160 Seiten, Preis: \u20ac 14.- <\/p>\n<p>Simone lebt seit zehn Jahren in S\u00fcdfrankeich in einem Wohnprojekt, ihr Sohn Yann studiert Musik in Toulouse. Simone ist Klavier-Stimmerin. Am Morgen nach der Verordnung \u201eBleiben Sie zu Hause!\u201c steht Xavier vor ihrer T\u00fcr, den sie aus der Klavier-Stimmer-Gruppe kennt. Er m\u00f6chte nicht allein eingesperrt sein, und sie nimmt ihn auf. In dem eingeschr\u00e4nkten Leben ist alles, was ihnen sonst Verdienst und Struktur gab, weggefallen. Simone f\u00fchrt Xavier in ihre \u00d6ko-Gruppe ein, der es um D\u00e9croissance geht, die Ablehnung des Wirtschaftswachstums. Sie finden Wege und geheime Orte, um sich zu treffen und ihre Arbeit fortzusetzen, organisieren Konzerte. Simone und Xavier gehen eine immer tiefere N\u00e4he ein, doch sie stellen fest, dass die Einsperrung sich auch auf ihre sexuellen Empfindungen auswirkt. Nachdem die Regeln gelockert werden, tauchen zwischen ihnen Missverst\u00e4ndnisse und Verletzungen auf. Sie m\u00fcssen sich aus der Symbiose hinaus wieder zu eigenst\u00e4ndigen, erwachsenen Individuen entwickeln. <\/p>\n<p>Leseprobe<br \/>\nSimone lag wach. Die Nachttischlampe warf ein sanftes Licht \u00fcber ihr Zimmer. Ihr Herz klopfte laut. Null Uhr drei\u00dfig hatten sie angerufen.<br \/>\nAlles wurde abgeriegelt. Alles verboten.<br \/>\nHalten Sie sich an die Regeln. Bleiben Sie zu Hause.<br \/>\nWaren sie denn verr\u00fcckt geworden? Die paar Toten gab es doch immerzu, niemand k\u00fcmmerte das. Krankheiten jede Menge, Alte starben, manchmal auch J\u00fcngere, alles normal. Warum machten sie jetzt solch ein Spektakel?<br \/>\nSimone konnte sich nicht beruhigen. Yann war in Berlin, bei seinem Vater. Aber sicher k\u00fcmmerte der sich nicht darum, was sein Sohn nachts trieb. \u2013 Mama, hier ist alles normal, die Kneipen sind geschlossen, aber hinter den Jalousien wird gefeiert! So hatte Yann vor drei Tagen am Telefon geredet. Doch jetzt wurden die Grenzen geschlossen. Simone setzte sich auf. Sie machte das Licht aus, um aus dem Fenster sehen zu k\u00f6nnen. Als die Italiener die Grenzen schlossen, war sie schon in Panik geraten. Sie hatte alles vorausgesehen, es w\u00fcrde kommen wie in China. Aber als sie Olaf anrief, ihren Ex, fand er sie hysterisch. Gestern hatte sie es nicht mehr ausgehalten und Yann nochmal angerufen. Und da hatte er doch davon gesprochen, dass er Angst bekam. Sein Freund war schon abgereist. Auch er hatte seinen Flug umgebucht, er w\u00fcrde am anderen Tag zur\u00fcck fliegen. Also heute.<br \/>\nSimone sah drau\u00dfen die gro\u00dfe Zypresse sich bewegen. Es war etwas Wind. Sie schaute \u00fcber ihr spitzwinkeliges Dach in den Garten und \u00fcber den Weg zum n\u00e4chsten Haus, das hinter hohen B\u00fcschen lag. Kein Licht. Nur eine matte Stra\u00dfenlaterne an der Ecke. Die Welt w\u00fcrde weiterbestehen, in ein, zwei Wochen w\u00e4re&#8230; vielleicht sp\u00e4ter, in China hatte es zwei Monate gedauert, dann w\u00e4re es Mitte Mai, da wollten die ersten G\u00e4ste aus Deutschland kommen.<br \/>\nSimone schloss die L\u00e4den, legte sich zur\u00fcck ins Bett. Heute gegen Mittag w\u00fcrde Yann in Toulouse landen, und er w\u00e4re in Frankreich, alles andere war nicht wichtig. Zwar war er zweieinhalb Stunden von ihr entfernt, aber er lebte auf dem Lande, da w\u00fcrde ihm nichts passieren.<br \/>\nSimone hatte keine Angst vor der Krankheit. Sie hatte Angst, dass ihnen allen die Freiheit genommen w\u00fcrde \uf6bb selbst zu entscheiden, zu denken, zu handeln.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen ging sie ihren gewohnten Weg durch den Park. Die Regelungen w\u00fcrden erst mittags beginnen.<br \/>\nSimone wohnte in einem Wohnprojekt aus mehreren H\u00e4usern von verschiedenem Zuschnitt und einem gro\u00dfen Garten mit gemeinsamem Schwimmbad am Rande der Kleinstadt Thoret. Palmen und Schirmpinien s\u00e4umten den Weg. Hinter dem Park begann die Natur. Sie ging einen schmalen Weg bergauf, ein niedriger Steineichenwald bedeckte die beginnenden Berge. Oben auf einer Kuppe hatte sie zur einen Seite einen Blick \u00fcber die D\u00e4cher der Stadt und die weite Ebene von Perpignan, und zur anderen schaute sie zu den Pyren\u00e4en am Horizont mit ihren gezackten Konturen und dem gewaltigen schneebedeckten Bergmassiv des Canigou. Breit lag er da mit mehreren Gipfeln und gab ihr jeden Morgen Gewissheit.<br \/>\nAuf dem R\u00fcckweg kamen ihr verschiedene Menschen entgegen, die ihre Hunde ausf\u00fchrten, sie trafen sich jeden Morgen und begr\u00fc\u00dften sich. Im Park waren jetzt einige Jogger unterwegs. Ein Mann und eine Frau aus den Nachbarh\u00e4usern standen zusammen, Simone sagte Bonjour und stellte sich dazu.<br \/>\nAlle Schulen geschlossen&#8230; auch Caf\u00e9s, Restaurants, nur die lebenswichtigen L\u00e4den&#8230;<br \/>\nAuch kein Markt? fragte Simone.<br \/>\nNat\u00fcrlich nicht, erkl\u00e4rte Anne. Das ist viel zu gef\u00e4hrlich! Es wird kommen wie in Italien. Da d\u00fcrfen sie nur hundert Meter aus dem Haus!<br \/>\nAber wir d\u00fcrfen einen Kilometer, beruhigte Edgar sie, zum Sport machen. Hast du deine Morgenrunde schon abgemessen? fragte er Simone schmunzelnd.<br \/>\nDas werde ich nicht! protestierte sie. Findest du nicht, dass es etwas \u00fcbertrieben ist?<br \/>\nIm Gegenteil! rief Anne aus. Es ist viel zu sp\u00e4t. Sie h\u00e4tten schon viel eher reagieren m\u00fcssen!<br \/>\nSimone verabschiedete sich. Es wohnten hier merkw\u00fcrdige Leute. Sie w\u00fcrde gern in einem Wohnprojekt mit aufgeschlossenen Menschen leben. Edgar wohnte im Haus gegen\u00fcber, ihn  hatte sie eher f\u00fcr offen gehalten.<\/p>\n<p>Es gab in ihrem Weiler sehr unterschiedliche Wohnformen. Gro\u00dfe Wohnungen f\u00fcr \u00e4ltere Menschen, die zusammen leben wollten, oder Mehrfamilienh\u00e4user und Einzelvillen wie ihre.<br \/>\nAls Olaf und sie sich vor zehn Jahren entschieden hatten, hier einzuziehen, waren sie davon ausgegangen, dass es wirklich ein Gemeinschaftsprojekt w\u00fcrde. Aber es entwickelte sich schnell zu einer normalen Eigent\u00fcmer-Residenz. Sie hatten  ihr Haus gew\u00e4hlt, weil es von der Bauweise ungew\u00f6hnlich war. Unter dem sechseckigen Dach, das wie ein Zelt gespannt aussah, lag ein riesiger Mehrzweckraum mit K\u00fcche, Wohn-Ess-Bereichen, Spielecke f\u00fcr Yann, und auch ihr Klavier stand unter einem Zipfel des Daches. \u00dcber eine offene Holztreppe erreichte man ein Schlafzimmer mit Bad. Angebaut an dieses Zeltrund war ein schlichtes Geb\u00e4ude mit dem Eingangsbereich, Wirtschaftsr\u00e4umen und oben zwei Schlafzimmern mit jeweils eigenem Bad. Hier hatte Yann sein Zimmer gehabt und das andere vermieteten sie an Ferieng\u00e4ste.<br \/>\nDie Beziehung zu Olaf war aber durch dieses gemeinsame Projekt, im S\u00fcden Frankreichs zu leben, nicht besser geworden. Es war Simones Sehnsucht, nicht wirklich seine. Er war nicht von seiner Berliner Firma losgekommen, wie vorgesehen und darum zur\u00fcckgekehrt. Das Haus hatte er ihr \u00fcberlassen, daf\u00fcr zahlte er ihr keinen Unterhalt. Yann war, nach zwei Jahren in Thoret, gerade gut integriert in der Schule und wollte nicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Simone hatte eine Weile an ihrer Haust\u00fcr gestanden. Sie war trotzdem zufrieden damit, hier zu leben, f\u00fchlte sich durch die anderen Bewohner um sie herum besch\u00fctzt, obwohl sie nicht viel Kontakt mit ihnen hatte. Sie hatte schnell Kunden gefunden, die ihr Klavier stimmen lassen wollten. Perpignan war nicht weit, wo die Bessergestellten, deren Kinder Klavierunterricht bekamen, lebten, auch gab es dort das Konservatorium. <\/p>\n<p>Simone war dabei, ihr Fr\u00fchst\u00fcck zu bereiten, da klopfte es an die T\u00fcr. Sie hatte einen T\u00fcrklopfer, keine Klingel. Als sie etwas misstrauisch die T\u00fcr \u00f6ffnete \u2013 sie erwartete einen Regierungsvertreter, der ihr verbieten wolle, bis zum n\u00e4chsten Bioladen zu fahren \u2013 stand vor ihr ein Mann mit einem Koffer. Es war Xavier, auch ein Klavierstimmer, er lebte in Perpignan, sie mochte ihn. Xavier war etwa zehn Jahre \u00e4lter als sie, Anfang 50, er trug die l\u00e4ngeren, braunen Haare zum Pferdeschwanz gebunden, hatte ein schmales, offenes Gesicht und sch\u00f6ne, dunkle Augen.<br \/>\nSimone starrte ihn an. Wolltest du mein Klavier stimmen? fiel ihr nur ein, und beide lachten. Oder willst du verreisen?<br \/>\nJa, sagte Xavier, aber ich bin schon angekommen, wenn du erlaubst. Ich m\u00f6chte nicht allein eingesperrt werden und wollte dir vorschlagen, dass wir eine Confinement-Gruppe gr\u00fcnden.<br \/>\nSimone verstand nichts und bat ihn herein. Hast du schon ge-fr\u00fchst\u00fcckt?<br \/>\nSie kochte ein zweites Ei, deckte den Tisch, w\u00e4hrend er langsam durch ihren ausladenden Raum wanderte.<br \/>\nEr kam nicht zum ersten Mal in ihr Haus. Sie trafen sich jeden Monat reihum in einer Gruppe Klavierstimmer- und -lehrerInnen, einige machten beides, auch Xavier. Simone dagegen vermietete die beiden Zimmer in der Saison, denn allein vom Klavierstimmen zu leben war kaum m\u00f6glich.<br \/>\nIch habe heute Nacht eine SMS erhalten, sagte Simone und schenkte Kaffee ein. Aber ich wei\u00df nicht, was Confinement bedeutet.<br \/>\nAusgangssperre. Alle sollen m\u00f6glichst ihre Wohnung nicht mehr verlassen, erkl\u00e4rte Xavier.<br \/>\nSimone sch\u00fcttelte den Kopf. Das geht doch gar nicht.<br \/>\nEs gibt Ausnahmen. Du musst dir ein Attest ausdrucken oder auf dein Smartphone laden&#8230;<br \/>\nIch habe keins.<br \/>\nEr grinste. Ach ja. Also, du brauchst immer, wenn du rausgehst, eine Bescheinigung, da kreuzt du jedes Mal an, was du vorhast. Du darfst einkaufen, Sport machen&#8230;<br \/>\nAlle L\u00e4den haben ge\u00f6ffnet?<br \/>\nNur die notwendigen Lebensmittel.<br \/>\nAuch Bio?<br \/>\nSicher auch. Es soll aber in deiner N\u00e4he sein.<br \/>\nUnd unsere Arbeit?<br \/>\nEr legte eine Hand auf ihre, wohl um sie zu beruhigen, vielleicht gefiel es ihm aber auch, dass sie \u201eunsere\u201c gesagt hatte.<br \/>\nIm Prinzip soll jeder zu Hause am Computer seine Arbeit erledigen.<br \/>\nSimone lachte.<br \/>\nJa, ich wei\u00df auch nicht, wie sie sich das vorstellen. Nur system-relevante Betriebe d\u00fcrfen weiterlaufen. Klavierstimmen d\u00fcrfte eigentlich keine Gefahr darstellen. Aber Klavierunterricht wird nicht m\u00f6glich sein, ich sitze ja ganz dicht neben meinen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern.<br \/>\nSystemrelevant? Simone zog das Wort in die L\u00e4nge. Ich verstehe nicht, warum sie die Schulen schlie\u00dfen. Es hei\u00dft doch, Kinder sind nicht betroffen.<br \/>\nSimone war erleichtert, dass Xavier da war und sie alle Fragen, die sie qu\u00e4lten, mit ihm besprechen konnte. Ihm schien das Fr\u00fchst\u00fcck zu schmecken.<br \/>\nMeiner Ansicht nach muss man sich eines klar machen, beton-te er. Da sie nichts wissen \u2013 sie kennen die Krankheit nicht \u2013 bef\u00fcrchten sie, dass sie nicht genug Krankenhausbetten haben. Alles, was sie anordnen, geschieht nicht in erster Linie, um uns vor der Krankheit zu sch\u00fctzen. Es geht nur darum, zun\u00e4chst jedenfalls, dass es nicht zu solchen Katastrophen kommt wie in Italien. Deshalb wollen sie durch radikale Ma\u00dfnahmen die Ansteckungsrate verringern, oder, wie sie sagen, verlangsamen.<br \/>\nAlso m\u00fcssen wir ausbaden, dass sie in den letzten Jahren die Krankenh\u00e4user kaputt gespart haben. Hatten wir nicht vor kurzer Zeit erst Streiks des Krankenhauspersonals, weil sie zu schlecht besetzt und bezahlt sind? bemerkte Simone scharf.<br \/>\nXavier nickte, sah sie an. Ich bin froh, dass du so denkst wie ich.<br \/>\nDas h\u00e4ttest du schon wissen k\u00f6nnen. Sie l\u00e4chelte ihn an.  Und jetzt erkl\u00e4re mir, warum du gekommen bist.<br \/>\nXavier lehnte sich zur\u00fcck. Ich habe die ganze Nacht wach gelegen. Ich fand die Vorstellung, die n\u00e4chsten vier Wochen allein in meinem Haus zu sitzen, ohne Kontakt, nicht verlockend. Au\u00dferdem machte mich der Gedanke traurig, dich auf unbestimmte Zeit nicht mehr sehen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nEr schickte ihr ein kleines, unsicheres L\u00e4cheln.<br \/>\nSimone reagierte sofort auf die \u201eunbestimmte Zeit\u201c: Aber sie haben das Datum 15. April angegeben! Dann merkte sie, dass er ihr etwas offenbart hatte.<br \/>\nSie schwieg eine Weile, sah ihn an. Ich kann es mir vorstellen. Ich hab ja Platz, die beiden G\u00e4stezimmer stehen leer.<br \/>\nIch m\u00f6chte gerne wissen, ob es dir auch lieb w\u00e4re.<br \/>\nSie standen gleichzeitig auf. Es w\u00e4re mir lieb, jemanden hier zu haben, mit dem ich gut reden kann und &#8230;sagte Simone.<br \/>\nEr kam auf sie zu und nahm sie in den Arm. Nur kurz. Ich freu mich, sagte er dann. Wir sprechen alles genau ab, dass du dich nicht gest\u00f6rt f\u00fchlst. Ich wei\u00df ja, wie es ist, wenn man gew\u00f6hnt ist, allein zu leben.<br \/>\nSie nickte. Soll ich dir das Zimmer zeigen?<br \/>\nSie kannte ihn gar nicht, jedenfalls nicht so nahe. Aber notfalls k\u00f6nnte er in seine Wohnung zur\u00fcck.<br \/>\nNur das Klavier, fiel ihr ein, als sie die Treppe hinaufgingen. Wie viel spielst du am Tag?<br \/>\nIch hab in meinem H\u00e4uschen auch begrenzte Zeiten, wegen der Nachbarn. Wir k\u00f6nnen das alles absprechen.<br \/>\nDu nimmst das gr\u00f6\u00dfere, nebenan ist es kleiner, erkl\u00e4rte sie.<br \/>\nEs war ein ger\u00e4umiges Zimmer unter einer Dachschr\u00e4ge mit einer Schlaf- und einer Wohnecke, einem gro\u00dfen Fenster und einem h\u00fcbschen Bad.<br \/>\nIch habe gedacht, dass ich dir daf\u00fcr etwas zahle, sagte er vorsichtig.<br \/>\nUnsinn! Du bist doch kein Gast! Wir wohnen jetzt zusammen f\u00fcr vier Wochen, oder wie lange die Einsperrung dauert. Wir sind eine Confinement-Kleingruppe!<br \/>\nDanke. Ich freu\u2018 mich sehr. Er strich mit einem Finger \u00fcber ihre Wange. Ich muss mich erst mal schlafen legen.<br \/>\nIch fahre einkaufen, entschied Simone. Sehen wir uns zum Mittag?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Astrid Schmeda Unsichtbare Wege ins Freie, Eine Erz\u00e4hlung ISBN 978-3-943446-52-4 160 Seiten, Preis: \u20ac 14.- Simone lebt seit zehn Jahren in S\u00fcdfrankeich in einem Wohnprojekt, ihr Sohn Yann studiert Musik in Toulouse. Simone ist Klavier-Stimmerin. Am Morgen nach der Verordnung \u201eBleiben Sie zu Hause!\u201c steht Xavier vor ihrer T\u00fcr, den sie aus der Klavier-Stimmer-Gruppe kennt. 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