{"id":207,"date":"2021-09-19T13:31:11","date_gmt":"2021-09-19T11:31:11","guid":{"rendered":"http:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=207"},"modified":"2021-09-19T13:32:29","modified_gmt":"2021-09-19T11:32:29","slug":"meer-mein-meer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=207","title":{"rendered":"Meer mein Meer"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Titel-Meer-mein-Meer-191x300.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" class=\"alignnone size-full wp-image-208\" srcset=\"https:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Titel-Meer-mein-Meer-191x300.jpg 191w, https:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Titel-Meer-mein-Meer-768x1206.jpg 768w, https:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Titel-Meer-mein-Meer-652x1024.jpg 652w, https:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Titel-Meer-mein-Meer-624x980.jpg 624w, https:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Titel-Meer-mein-Meer.jpg 1654w\" sizes=\"(max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/p>\n<p><strong>Astrid Schmeda<br \/>\nMeer mein Meer<br \/>\nRoman<br \/>\nISBN  978-3-943446-57-9<br \/>\nPreis: \u20ac 18,-<br \/>\n432 Seiten<br \/>\nSoftcover<br \/>\nEdition Contra-Bass<\/strong><\/p>\n<p><strong>Inhaltsbeschreibung:<\/strong><br \/>\nLerke betreibt eine Ziegenfarm in den franz\u00f6sischen Pyren\u00e4en, von ihrem Hof sieht sie das Mittelmeer. Jagos Familie stammt aus Spanien, er ist Bildhauer und f\u00fchrt mit Lerke ein kleines Restaurant in den Bergen. Sie sind mit Freund-innen in einer Gruppe aktiver Umweltsch\u00fctzer. Als ihr Sohn Oliver mit seiner griechischen Freundin Anfang Dezember 2008 nach Griechenland f\u00e4hrt, befinden Lerke und Jago sich f\u00fcr einen einw\u00f6chigen Urlaub in Italien. Oliver ger\u00e4t in Athen, nachdem die Polizei einen Jugendlichen erschoss, in die griechische Revolte und wird verhaftet. Jago f\u00e4hrt sofort mit seinem Motorrad los, um ihn rauszuholen. Lerke folgt ihm. Sie wird von einem Netzwerk geheimer F\u00e4den zu einem Fischerboot in Ascona gelenkt, das sie mitnimmt nach Griechenland. Dort lernt sie Dimi und Yannis kennen und in Athen all die jungen Leute, die f\u00fcr eine gerechte Gesellschaft k\u00e4mpfen. Jago und Lerke werden in ihre Hausgemeinschaft aufgenommen. Lerke trifft auf Yannis\u2018 Boot Marco, dessen Gro\u00dfvater in Hamburg-Neuengamme im KZ war. Diese Begegnung f\u00fchrt sie in die Vergangenheit. W\u00e4hrend ihres Studiums lernte Lerke, die vom Land kam und wenig von der Welt wusste, 1973 die beiden Studenten Jef und Clemens kennen, mit denen sie im Rahmen eines Seminars eine Gespr\u00e4chsgruppe im Jugendgef\u00e4ngnis Neuengamme durchf\u00fchrte, am Ort des KZ. Lerke, Jef und Clemens sind davon \u00fcberzeugt, dass Kriminalit\u00e4t keine individuelle Schuld und nicht mit Strafen zu bek\u00e4mpfen ist. Die Drei ringen darum, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie sie ernst nehmen, und was Solidarit\u00e4t bedeuten kann.<\/p>\n<p><strong>Leseprobe:<\/strong><\/p>\n<p>Sie ging zu Yannis. Trani, wo liegt das? Auf der H\u00f6he von Bari, meinte er. Sie schaute auf der Karte nach. Yannis stand breitbeinig, war konzentriert, hielt das Steuer und betrachtete seine Ger\u00e4te. Wir hatten gar keine italienische K\u00fcstenwache! fiel Lerke ein. Nein, kann aber noch kommen. Oder vielleicht haben sie keine Lust bei dem Wetter. Kann ich etwas f\u00fcr dich tun? fragte sie vorsichtig. Er sah sie an, grinste. Keine Sorge, ich bin das gew\u00f6hnt. Lerke war wieder munter geworden, die frische, kr\u00e4ftige Luft hatte ihr gut getan, aber vor allem wusste sie jetzt Jago und Oliver sicher aufgehoben. Wie gern w\u00e4re sie bei ihnen! Sie ging hinunter zu Adriane, \u00f6ffnete leise die T\u00fcr. Sie lag angezogen auf der Koje, hatte sich eine Decke \u00fcbergelegt und schien zu schlafen. Als Lerke wieder hinauf stieg, kam Marcos hinter ihr her. He, schl\u00e4fst du nicht? Ich habe etwas geschlafen, aber es f\u00e4llt mir schwer hier. Ich bin so ein enges Bett und das Geschaukele nicht gewohnt. Ich muss sowieso bald Yannis abl\u00f6sen. In der Kochkaj\u00fcte fragte er sie: Ich mache mir einen Kaffee, willst du auch? Oder lieber einen Grog? Lerke schaute ihn an. Seine dichten Haare waren verstrubbelt, er hatte ein weiches Gesicht. Oh ja, das habe ich lange nicht getrunken. Vielleicht kann ich dann schlafen. Als er sich mit den Getr\u00e4nken zu ihr an den Tisch setzte, fragte sie: Hattest du schon Deutsch in der Schule, bevor du im Austausch in Deutschland warst? Es gab nur Englisch und Spanisch, aber ich hatte Deutsch im Wahl-fach, und unser Deutschlehrer hat uns auch den Austausch verschafft. Also drei Sprachen! Das hei\u00dfe Getr\u00e4nk prickelte durch Lerkes Adern und belebte ihren K\u00f6rper. Ja, ich wollte gern reisen. Meine Eltern haben erst etwas komisch geguckt, aber sie waren dann doch einverstanden. Darin sind sie offen. Warum komisch geguckt? Weil die Deutschen bei den Griechen nicht gut angesehen sind? Vielleicht. Aber mein Opa, der hat sie ja erlebt, der hat immer gesagt: Es sind nicht alle Nazis. Lerke atmete tief ein und aus. Er hat sie erlebt und konnte das sagen? Hat er erlebt, wie sie im Krieg eure D\u00f6rfer zerst\u00f6rt haben? Lerke wollte jetzt keine Angst vor der Wahrheit haben. Der junge Mann sa\u00df ihr entspannt gegen\u00fcber, beide hielten sie ihre Gl\u00e4ser fest gegen die rollenden Bewegungen des Schiffes. Mein Opa war ein junger Mann, als die Deutschen Griechenland besetzten. Er k\u00e4mpfte in einer Untergrund-Gruppe gegen sie. Aber sie haben ihn geschnappt. Er wurde verhaftet und deportiert. Lerke setzte sich gerade. Deportiert nach Deutschland? In ein KZ? Ja. Marcos goss sich, als das Meer eine Atempause machte, Kaffee nach. Sie haben nicht nur Juden deportiert, auch Widerst\u00e4ndler, wenn sie sie nicht gleich erschossen. Lerke zog sich der Hals zusammen. Und wo? Er war in Neuengamme. Sie musste aufgrund seiner Aussprache etwas nachdenken. Neuengamme? wiederholte sie. Ja, anscheinend gab es auch KZs, in denen die Menschen nicht in die Gaskammern gesteckt wurden, so eines war es. Ein Arbeitslager. T\u00f6ten durch Arbeit war die Devise. Er sagte es ganz selbstverst\u00e4ndlich. Ja, das gab es. Lerke mochte ihn nicht ansehen. Kennst du es? Heute ist es eine Erinnerungsst\u00e4tte. Ich m\u00f6chte gern mal hin. Sie sah ihn an. Ja. Ich habe davon geh\u00f6rt. Sie ist erst seit ein paar Jahren da, stimmt das? Ja. Was ist mit dir? Lerke war aufgestanden, etwas schn\u00fcrte ihr die Kehle ab. Sie sch\u00fcttelte den Kopf. Ist schon gut. Mein Opa hat sich mit anderen ehemaligen Insassen sehr daf\u00fcr eingesetzt, dass die Stadt Hamburg eine Erinnerungsst\u00e4tte einrichtet, erz\u00e4hlte Marcos. Sie hatte nach dem Krieg auf demselben Gel\u00e4nde ein Gef\u00e4ngnis gebaut. Auf demselben Gel\u00e4nde? Lerke setzte sich wieder. Das habe ich nicht gewusst. Ich dachte, es sei irgendwo in der N\u00e4he gewesen. Nein. Erst ein M\u00e4nnergef\u00e4ngnis in denselben Baracken! Und sp\u00e4ter dann haben sie daneben ein Jugendgef\u00e4ngnis gebaut. Lerke nickte. Wir haben das nicht gewusst. Sie nahm den letzten Schluck von ihrem Grog. Kannst du mir noch einen machen? Warum ist das so ein Schock f\u00fcr dich? Ich habe in Hamburg Sozialp\u00e4dagogik studiert. Wir haben w\u00e4hrend des Studiums in diesem Jugendgef\u00e4ngnis Gespr\u00e4chsgruppen gemacht mit den Jugendlichen. Ist doch o.k., du kannst ja nichts daf\u00fcr, was vorher war. Er stellte ihr den hei\u00dfen Grog hin. Aber dass wir es nicht wussten, keiner hat es uns gesagt\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Astrid Schmeda Meer mein Meer Roman ISBN 978-3-943446-57-9 Preis: \u20ac 18,- 432 Seiten Softcover Edition Contra-Bass Inhaltsbeschreibung: Lerke betreibt eine Ziegenfarm in den franz\u00f6sischen Pyren\u00e4en, von ihrem Hof sieht sie das Mittelmeer. Jagos Familie stammt aus Spanien, er ist Bildhauer und f\u00fchrt mit Lerke ein kleines Restaurant in den Bergen. 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