{"id":220,"date":"2024-04-15T20:18:48","date_gmt":"2024-04-15T18:18:48","guid":{"rendered":"http:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=220"},"modified":"2024-04-15T20:19:33","modified_gmt":"2024-04-15T18:19:33","slug":"in-den-bergen-von-maillol","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=220","title":{"rendered":"In den Bergen von Maillol"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Titel-In-den-Bergen-von-Maillol.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1959\"><\/p>\n<p><b>Sie k\u00f6nnen unsere B\u00fccher mit einer formlosen E-Mail bestellen, bitte geben Sie Ihren Namen und die Adresse an.<\/b><\/p>\n<p>Die Autorin verkn\u00fcpft in f\u00fcnf Erz\u00e4hlungen die individuellen Geschichten von Deutschen, die es in die Pyren\u00e4en gezogen hat, mit dem historischen Geschehen an den jeweiligen Orten.<br \/>\n&#8211; Die junge Architektin Beate macht Ferien in den baskischen Pyren\u00e4en am Atlantik und trifft auf eine Wirtin, deren Familie durch die Freiheitsbewegung der ETA zerrissen wurde.<br \/>\n&#8211; Anne und Bastian sind in die mediterranen Pyren\u00e4en gezogen, wo sie versuchen, \u00fcber die Besch\u00e4ftigung mit Picasso und den Malern der Fauves, der Wilden, aus ihrer Isolation zu finden.<br \/>\n&#8211; Agathe entwickelt mit dem spanisch-st\u00e4mmigen Andros ein Theaterst\u00fcck \u00fcber den Dichter Antonio Machado, der vor den Truppen Francos \u00fcber die Pyren\u00e4en floh. Andros alte Mutter erinnert sich dadurch an ihre Flucht als 6-j\u00e4hrige in Eis und Schnee.<br \/>\n&#8211; Lorna sp\u00fcrt noch die Angst vor terroristischen Attentaten, als sie mit Wiegand im Trubel des Weihnachtseinkaufs in einem Caf\u00e9 in Perpignan sitzt. Sie denkt an ihre Reise nach Deutschland, wo Wiegand eine Lesung \u00fcber die Islamische Kultur in Europa halten wollte, am Tag nach dem Attentat im Pariser Konzertsaal Bataclan.<br \/>\n&#8211; Jette bereitet mit ihren K\u00fcnstler-Freundinnen im ersten Sommer der Pandemie im geschlossenen Museum des Bildhauers Maillol ein Happening vor. Maillol zog sich w\u00e4hrend der deutschen Besatzung mit seinem jungen Modell Dina nach Banyuls zur\u00fcck und geriet doch ins Visier der Faschisten.<\/p>\n<p><strong>In den Bergen von Maillol.<br \/>\nErz\u00e4hlungen aus den Pyren\u00e4en<br \/>\nISBN  978-3-943446-67-8<br \/>\nErz\u00e4hlungen<br \/>\nPreis: \u20ac 18,-<br \/>\n224 Seiten<br \/>\nSoftcover<\/strong><\/p>\n<p><strong>Leseprobe<\/strong><\/p>\n<p>Jette und Jonathan lebten in einem einsam gelegenen Haus in den Bergen der auslaufenden Pyren\u00e4en, nahe der spanischen Grenze, 8 Kilometer vom Mittelmeer und dem K\u00fcstendorf Banyuls entfernt. Ihr Hof lag etwas abseits von der schmalen Stra\u00dfe, die zum Pass und der Grenze f\u00fchrte, und sie hatten nur einen Nachbarn, etwas tiefer gelegen. <\/p>\n<p>Gestern Abend war Jette aus der T\u00fcr getreten und hatte von der Terrasse aus gehorcht. Es herrschte in ganz Frankreich couvre feu ab 19 Uhr, Ausgangssperre wegen der Pandemie. Anscheinend hatte der junge Nachbar nicht nur Besuch, sondern sie waren auch noch in Krawallstimmung. Jette hatte die T\u00fcr geschlossen und versucht, sich zu beruhigen. Sie konnte das verstehen. Die jungen Leute hatten keine Lust mehr, das Leben anzuhalten. Seit einem Jahr ein steter Wechsel von vollkommener Einschlie\u00dfung zu Anfang, Lockerungen und erneute Beschr\u00e4nkungen, und jetzt seit drei Monaten n\u00e4chtliche Ausgangssperre, keine Bar, keine Disco, nichts wo sie sich treffen konnten als zu Hause (was auch nicht erlaubt war).<br \/>\nEs gab in vielen St\u00e4dten kleinere Revolten, Demonstrationen gegen die Regierungsma\u00dfnahmen, aber was sollte das f\u00fcr einen Sinn haben hier in der Einsamkeit? Also: sie feierten. Sollten sie.<br \/>\nAls sie vor f\u00fcnf Jahren dieses Haus kauften, wohnte eine Familie mit zwei Kindern dort unterhalb, aber nur an den Wochenenden, sie lebte in Toulouse. Sie hatten nur wenig Kontakt zu ihnen, die Frau war freundlich. Dann trennte sie sich von ihrem Mann und zog mit beiden Kindern zu einem neuen Mann in die Ard\u00e8che. Nur der gro\u00dfe Sohn Manu kam noch ab und zu an Wochenenden.<\/p>\n<p>Aber Sch\u00fcsse waren eine andere Nummer als eine Fete. Jette lag angespannt im Bett, ihr Herz klopfte wild. Sollte sie Jon anrufen? Sie w\u00fcrde ihn beunruhigen, und er konnte nichts f\u00fcr sie tun. Ihre Fantasie rannte ihr davon. Wer schie\u00dft in der Nacht und warum? Wer hat Waffen? Sie wusste nichts \u00fcber den jungen Mann, als dass seine Mutter, bevor sie wegzogen, davon gesprochen hatte, dass er nach dem Abitur keine Lust zu nichts habe und nur zu Hause rumh\u00e4ngen w\u00fcrde. Vor allem der Vater verurteilte das scharf.<br \/>\nVor einigen Tagen hatte Jette im Fernsehen von Bandenk\u00e4mpfen in der N\u00e4he von Paris geh\u00f6rt. Verfeindete Gruppen von sehr jungen Menschen brachten sich gegenseitig um. Vielleicht traf er sich mit rechtsgerichteten Jugendlichen, und sie \u00fcbten schie\u00dfen. Aber es waren nur zwei oder drei Sch\u00fcsse. Wahr-scheinlich waren sie betrunken, hatten das Jagdgewehr des Vaters gefunden und ballerten damit rum. Oder einer hatte eine Pistole dabei und gab damit an. Wie anders waren diese Jugendlichen als ihre Kinder: Yves, der in Paris eine Ausbildung zum Osteopathen machte, bewegte sich in alter-nativen Gruppen. Niemals w\u00e4re es dort m\u00f6glich, dass einer eine Waffe h\u00e4tte. Sie waren Pazifisten oder auf jeden Fall gegen die herrschenden Kriege. Nur auf dem Lande besa\u00df jeder \u201enormale\u201c\u2018 Vater ein Jagdgewehr.<br \/>\nJette w\u00e4lzte sich von einer Seite auf die andere. Sie wollte nicht nach der Uhr schauen und tat es doch. Vier Uhr. Jetzt w\u00fcrden sie alle betrunken oder bekifft herumliegen und schlafen.<br \/>\nAlso konnte sie ebenso schlafen. Sollte sie sich doch wieder einen Hund anschaffen? war ihr letzter Gedanke. Jonathan war oft fort.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie k\u00f6nnen unsere B\u00fccher mit einer formlosen E-Mail bestellen, bitte geben Sie Ihren Namen und die Adresse an. 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