{"id":29,"date":"2013-10-23T12:14:11","date_gmt":"2013-10-23T10:14:11","guid":{"rendered":"http:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=29"},"modified":"2013-10-31T14:56:00","modified_gmt":"2013-10-31T12:56:00","slug":"wir-zwischen-himmel-und-erde","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/astridschmeda.de\/?page_id=29","title":{"rendered":"Wir zwischen Himmel und Erde"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Titel_Himmel.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-125\" alt=\"Titel_Himmel\" src=\"http:\/\/astridschmeda.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Titel_Himmel.jpg\" width=\"130\" height=\"223\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Erstmalige wurde im Mai 1992 der von BRIGITTE ausgeschriebene Bettina-von-Arnim-Preis f\u00fcr Kurzgeschichten verliehen. Teilnehmer konnten bekannte und unbekannter Autorinnen und Autoren &#8211; alle, die sich angesprochen f\u00fchlten. Mehr als 7000 Texte wurden eingereicht &#8211; drei Preistr\u00e4ger gab es: Bettina Grack, Stephan Krawczyk. und Alissa Walser. Aber die Auswhl fiel der Jury nicht leicht, denn es gab sehr viel mehr interessante Geschichten! 30 davon enth\u00e4lt dieses spannende Anthlogie: Liebesgeschichten, Psycho-krimis und Geschichten aus dem deutsch-deutschen Alltag. Ein Buch f\u00fcr alle, die sich gern etwas erz\u00e4hlen lassen.<\/em><\/p>\n<p>ISBN: 3-576-10213-2<\/p>\n<p><strong>Leseprobe<\/strong><\/p>\n<p>Wildwuchs<\/p>\n<p>Die Malven standen in diesem Jahr gro\u00df und zierlich, als h\u00e4tten sie den Tannen nacheifern wollen, von denen sie zeitweise \u00fcberschattet wurden. D\u00fcnne Stengel, die ohne Hilfe von der ersten B\u00f6 umgeknickt w\u00fcrden, und auch die Farben so zart, als h\u00e4tten sie zu viel Anstrengung ins Wachsen vergeudet. Letztes Jahr dagegen waren sie niedrig geblieben und hatten gar gebl\u00fcht. Der Waldmeister hatte sich unm\u00e4\u00dfig \u00fcber das Beet ausgebreiteten, wucherte unter den Malven und sogar bis zu der gr\u00f6\u00dften Mohnstauden, die dieses Fr\u00fchjahr so \u00fcppig gebl\u00fcht hatten, kurz nur und in einem so kr\u00e4ftig Rot, da\u00df man es von der Stra\u00dfe schon sehen konnte, denn pl\u00f6tzlich waren die riesigen Bl\u00fctenbl\u00e4tter auseinander gefallen, als seien sie m\u00fcde nach einer \u00fcberschw\u00e4nglichen Nacht, und nun standen nur noch die gr\u00fcnen Dolden, die im Wind leicht klapperten und die Laura bewahren w\u00fcrde zur Aussaat im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr.<\/p>\n<p>Zwischen den Lupinen versteckten es sich einige Brennnesseln, Laura setzte die Handschuhe auf. Immer wuchs das Unkraut inmitten der Blumen, die ihm am \u00e4hnlichsten waren, um sich unkenntlich zu machen, aber Laura kam ihm auf die Spur. Sie packte mit beiden Armen den Sto\u00df mit Unkraut, Bl\u00e4ttern und Ge\u00e4st, denn sie auf das Beet ausgesondert hatte, und warf alles in eine Schubkarre. Als sie sich aufrichtete, bemerkte sie den Wind, der ihr kalt \u00fcber den R\u00fccken fuhr. Hatte jemand gerufen? Das Kreuz schmerzte. Vorsichtig f\u00fchrte sie die Karre. Der kleine Weg zwischen den Tannen, die das Grundst\u00fcck s\u00e4umten, war jetzt ganz zugewachsen, Laura wandte den Kopf zur Seite, um die stachlichen Zweige nicht im Gesicht zu sp\u00fcren. Winzige M\u00fccken und Fliegen schw\u00e4rmten auf, als sie das Dickicht st\u00f6rte, sie presste die Lippen aufeinander und senkte den Blick. Im freien Feld wuchs das Gras meterhoch, hier wurde nur zweimal im Jahr gem\u00e4ht. Sie kippte das Unkraut hinein und kehrte schnell wieder um.<\/p>\n<p>Wie viel Zeit war vergangen? War es Mittag oder schon am Nachmittag? Und das Kind &#8211; sie hatte ihr Kind wirklich vergessen! Nein, es schlief, alles still, sie w\u00fcrde es h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Als sie sich daran machte, die B\u00fcsche, die sie vor Jahren vor den Tannen gepflanzt hatte, vom Unkraut zu befreien, erreichte sie diese gedr\u00fcckte Stimmung wieder, die von Unheil sprach. W\u00fcrde das Wetter umschlagen? Der Wind war st\u00e4rker geworden, am Himmel zog ein dichtes Gew\u00f6lke auf, das Blau des Himmels wirkte \u00fcbertrieben zwischen diesem Grau. Nein, es musste kein Unwetter geben, das war genauso wie an allen vorigen Nachmittagen. Das Unheil wartete andernorts, sie wusste nicht woher und warum. Ein Erdbeben, ein Flugzeugabsturz, ein pl\u00f6tzlicher Krieg, so etwas gab es alle Tage, Verhaftungen, Folter, ein unaufgekl\u00e4rter Mord. Aber nicht in ihrem Garten. Das erwartete sie nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmalige wurde im Mai 1992 der von BRIGITTE ausgeschriebene Bettina-von-Arnim-Preis f\u00fcr Kurzgeschichten verliehen. 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